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Was ist Monitoring

Karte der Schweiz mit eingezeichneten Teilkompartimenten der Grossraubtiere
Grossraubtier-Kompartimente der Schweiz. Die römischen Ziffern I-V bezeichnen die Hauptkompartimente, die kleinen Buchstaben die entsprechenden Teilkompartimente.  © KORA GIS

Monitoring ist die systematische Überwachung von Vorgängen oder Prozessen anhand von Parametern (z. B. Populationsgrösse, Lebensraumbedingungen, Bedrohungen, Akzeptanz), die Informationen über den Status des Systems und dessen zeitliche Veränderung liefern. Ein zuverlässiges Monitoring ist wissenschaftlich abgestützt. KORA verwendet das Monitoring dazu, die Bestände und Verbreitung von Luchs, Bär, Wolf, Wildkatze und Goldschakal und deren Entwicklung über die Zeit zu erfassen. Auch monitort KORA die Auswirkungen der Wiedereinwanderung der Grossraubtiere auf ihre wilden Beutetiere. Des Weiteren werden der genetische Zustand und die Gesundheit der Populationen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen (Zentrum für Fisch und Wildtiermedizin der Universität Bern FIWI, Forschungsinstitut Senckenberg, Laboratoire de la biologie de la conservation de l’Université de Lausanne) überwacht. KORA untersucht auch die  Akzeptanz der Grossraubtiere in der Bevölkerung.

Die schweizerischen Konzepte zum Umgang mit den Grossraubtieren Luchs, Wolf und Bär schreiben vor, dass die Entwicklung der Populationen, ihre Verbreitung und Bestandszahlen beobachtet und dokumentiert werden. KORA ist vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Amt für Umwelt des Fürstentums Liechtenstein beauftragt, die Entwicklung der Grossraubtiere in der Schweiz respektive in Liechtenstein mit wissenschaftlichen Methoden zu verfolgen. Für diese Aufgabe arbeitet KORA eng mit den kantonalen Jagdbehörden und den WildhüterInnen oder Grossraubtier-Beauftragten zusammen.

Das Wildtier-Management in der Schweiz ist grundsätzlich die Aufgabe der Kantone. Für Grossraubtiere ist ein kantonales Monitoring allerdings wenig sinnvoll, da namentlich kleine Kantone keine repräsentativen Untereinheiten einer Grossraubtierpopulation bilden. Die Schweiz ist daher für das Monitoring und das Management der Grossraubtiere in sogenannte Kompartimente eingeteilt (siehe Abbildung und Tabelle): 5 Hauptkompartimente (für Wolf und Bär) und 16 Teilkompartimente (für Luchs). Innerhalb der Kompartimente richtet KORA für das quantitative, wissenschaftlich robuste Monitoring Referenzgebiete ein, die einen repräsentativen Ausschnitt des betreffenden Haupt- oder Teilkompartiments bilden. Solche Referenzgebiete kommen nur beim deterministischen Fotofallen-Monitoring des Luchses zum Einsatz.

Grossraubtier-Kompartimente der Schweiz.

Nr.RegionKanton/GebieteFläche (km2)
I Jura7’642
IaJura SüdGE, NE, VD (Jura)3’145
IbJura NordAG, BE (Jura), BL, BS, JU, SO4’497
IINordostschweizAI, AR, SG, SH, TG, ZH4’739
IIIZentralschweiz6’226
IIIaZentralschweiz WestBE (Ost), LU, OW (West), NW (West)2’456
IIIbZentralschweiz Mitte NW, OW (Ost), Uri (West), BE (Ost)1’338
IIIcZentralschweiz OstGL, SG (Oberland), SZ, Uri (Ost), ZG2’432
IVWestschweizeralpen11’381
IVaSimme-SaaneBE (Alpen), FR, VD (Alpen)3’999
IVbBerner Oberland OstBE (Alpen)1’182
IVcRhone-NordBE (Alpen), FR, VD (Alpen), VS1’542
IVdUnterwallis-SüdVS2’185
IVeOberwallisVS2’473
VSüdostschweiz10’194
VaTessinTI1’996
VbMisox-SüdtessinGR, TI1’198
VcSurselvaGR1’957
VdMittelbündenGR, SG (südl. Sarganserland), Liechtenstein2’672
VeEngadinGR2’372

Eine Fotofalle wird von vorne gezeigt.
Fotofallen die automatisch Bilder und /oder Videos von Tieren oder bewegten Objekten, machen, werden heute weltweit zur Überwachung von Tierbeständen eingesetzt. © Fridolin Zimmermann

Die Intensität und die Form des Monitorings sind unterschiedlich und abhängig von der Entwicklung der jeweiligen Populationen. Raubtiere sind heimlich und können weit und schnell wandern. Zudem befinden sich alle Populationen noch in einer dynamischen Phase, die von gelegentlicher und vorübergehender Einwanderung (Bären) bis zur seit längerem etablierten Population (Luchs) reicht. Das Monitoring von Raubtieren ist daher anspruchsvoll. Es gibt keine Monitoringmethode, die für eine Art überall in gleicher Weise angewandt werden kann, und auch keine, die sämtliche Fragen beantwortet. Daher müssen die unter den jeweiligen Umständen besten Methoden ausgewählt werden. In den meisten Fällen ist dies eine Kombination von mehreren Ansätzen und Methoden. Die meist riesigen Verbreitungsgebiete der Grossraubtiere gestatten nicht, alle Flächen mit derselben Intensität oder denselben (robusten) Methoden zu überwachen. Daher ist eine räumliche und zeitliche Stratifizierung des Monitorings oft der einzige Weg, ein zielführendes, praktikables und bezahlbares langfristiges Monitoring zu gewährleisten. Auf der Ebene der Schweiz ist es das Ziel, neue Vorkommen nachzuweisen und die Entwicklung der Verbreitung und der verursachten Schäden sowie den genetischen Zustand und die Gesundheit der Populationen zu überwachen. Zu diesem Zweck werden Zufallsbeobachtungen, Totfunde und Schäden laufend erfasst. Zusätzlich wird ein opportunistisches Sammeln von Fotofallenbildern (Wolf, Luchs und Bär) und genetischen Proben (Wolf und Bär) ausgeführt. Auf der Ebene des Referenz- oder Untersuchungsgebiets, ist das Ziel, Informationen über Populationsgröße und Demografie zu gewinnen. Aufgrund von Einschränkungen, die hauptsächlich auf den unterschiedlichen Lebens- und Verhaltensweisen von Wolf, Luchs und Bär zurückzuführen sind, müssen artspezifische Monitoringmethoden eingesetzt werden. Beim Luchs wird der Bestand und die Dichte anhand der fotografischen Fang-Wiederfang Methodik im drei bis vier Jahresrythmus in den Referenzgebieten geschätzt und beim Wolf kommt die Genetik in Kombination mit dem opportunistischen Fotofallen-Monitoring zum Einsatz um die Rudelgrösse und die Anzahl Welpen zu schätzen. Der Einsatz mehrerer Methoden zur Erhebung von Populationsdaten erlaubt KORA, die Ergebnisse zu vergleichen und hilft bei der Interpretation der Daten.

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