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Verbreitung

Schweiz

Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses in der Schweiz 2020 nach SCALP-Kategorien. Rot = Kategorie 1, „hard facts“; blau = Kategorie 2, bestätigte Meldungen; grün = Kategorie 3, nicht überprüfbare Hinweise). Die Datengrundlage für den Kanton Wallis ist unvollständig © KORA GIS

Der Luchs in der Schweiz verteilt sich auf 2 Populationen – Jura und Alpen. Die Jura-Population erstreckt sich über den gesamten Jurabogen vom Genfersee bis Liestal bzw. Buchs AG. In den Alpen haben sich die Luchse bisher vor allem auf der Nordseite verbreitet, wo sie vom Genfersee bis zum Bodensee anwesend sind. Allerdings ist vor allem die östliche Zentralschweiz – das Gebiet zwischen Vierwaldstättersee und Walensee – noch nicht vollständig besiedelt. Die Verbreitung in der Nordostschweiz entstand ab 2001 aus Umsiedlungen aus dem Jura und den Nordwestalpen. Ausserhalb der Alpennordseite stammen Nachweise bisher hauptsächlich vom nördlichen Unterwallis, sowie der Surselva. Im restlichen Graubünden, dem südlichen Wallis und im Tessin tritt der Luchs nur sporadisch auf. Aus dem Mittelland gibt es vereinzelte Nachweise, aber das Mittelland bietet nur stark fragmentiertes Habitat mit zahlreichen Hindernissen für Luchse und bildet eine starke Grenze zwischen den beiden Populationen.

Luchsnachweise in der Schweiz werden auch im Monitoring Center dargestellt.

Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses in der Schweiz 2001 – 2018

Alpen und angrenzende Populationen

Verteilung der Luchsnachweise in den Alpen, der oberrheinischen Metapopulation und im dinarischen Gebirge im Jahre 2018 basierend auf einem 10×10 km Raster (rot = SCALP Kategorie K1, „hard facts“, pink = SCALP Kategorie K2, bestätigte Meldungen, grau = SCALP Kategorie K3, nicht überprüfbare Hinweise. Hinweise auf Reproduktion: gelb = Zellen mit Fotos von einem jungen Luchs oder einem toten jungen Luchs, hellgrün = Zellen wo grosse und kleine Luchsspuren zusammen gefunden wurden, dunkelgrün = Zellen mit Sichtungen von einem Weibchen mit Jungen). © SCALP

Die SCALP-Expertengruppe wurde ursprünglich für eine alpenweite Beurteilung des Luchses gegründet. In den letzten Jahren wurde der Fokus aber auch auf die oberrheinische Metapopulation (Jura, Vogesen, Pfälzer- und Schwarzwald sowie angrenzende Gebiete) und die Dinariden ausgeweitet. SCALP veröffentlicht jährlich einen Monitoring Bericht. In der Periode 2017 (bezogen auf des biologische Luchsjahr vom 01.05.2017–30.04.2018) konzentrierte sich die Verbreitung auf die Schweizer Nordwestalpen und den Jurabogen in der Schweiz und in Frankreich. In diesen Gebieten wurden zahlreiche Reproduktionen nachgewiesen. Mehrere Nachweise gibt es auch aus den nördlichen französischen Alpen und den Kalkalpen in Österreich, allerdings ohne Nachweise von Reproduktion. Im Pfälzerwald wurde die erste Reproduktion nach dem Beginn des Wiederansiedlungsprojekts 2016 dokumentiert. Die Verbreitung in den Dinariden ist fragmentiert, aber mit vereinzelten Nachweisen von Reproduktion.

Europa

Monitoring und Management werden traditionellerweise in den Ländern organisiert. Alle lebensfähigen Luchspopulationen erstrecken sich jedoch über internationale Grenzen hinweg. Das Netzwerk der Large Carnivore Initiative for Europe, eine IUCN SSC Specialist Group, stellt periodisch die neusten Daten zum Zustand, dem Management und der Verbreitung der Grossraubtiere in Europa zusammen.

Frühere Erhebungen:

Verbreitung des Eurasischen Luchses in Europa

Verbreitung des Eurasischen Luchses in Europa basierend auf einem 10×10 km Raster und Daten von 2012‒2016. Dunkelgrün = permanentes Vorkommen (nachgewiesen in mind. 3 der 5 Jahre oder Reproduktion nachgewiesen in den letzten 3 Jahren), hellgrün = sporadisch/fluktuierendes Vorkommen (nachgewiesen in weniger als 3 der 5 Jahre), blau = wenige Hinweise, möglicherweise nur wenige abgewanderte Tiere. Aus weiss hinterlegten Ländern und Regionen waren keine Daten vorhanden. © LCIE

Weltweit

Ausserhalb von Europa erstreckt sich die Verbreitung des Eurasischen Luchses bis zum Pazifik, und vom Himalaya bis zur nördlichen Waldgrenze. Der Luchs ist ein Waldbewohner (IUCN Red List). Lediglich in Zentralasien, am Westrand der Wüste Gobi und im Himalaya tritt er auch ausserhalb der Zone geschlossener Wälder auf.

Weltweite Verbreitung des Eurasischen Luchses

Das gesamte Verbreitungsgebiet des Eurasischen Luchses erstreckt sich über grosse Teile Europas und Asiens. © IUCN Red List 2015

Systematik

Die Gattung Lynx umfasst heute vier Arten, je zwei in Nordamerika (Rotluchs L. rufus in den USA und Mexiko, Kanadaluchs L. canadensis in Kanada und Alaska) und in Eurasien (Eurasischer Luchs L. lynx und Pardelluchs L. pardinus in Spanien). Phylogenetisch stehen die Luchse den Grosskatzen (Pantherinae) nahe, sind aber typische Jäger von mittelgrossen Säugetieren (Hasen). Der Eurasische Luchs hat sich nacheiszeitlich zum Jäger kleinerer Paarhufer entwickelt und ist heute etwa doppelt so schwer (17–26 kg) wie sein engster Verwandter, der Kanadaluchs (10–15 kg).

Verbreitung der Unterarten des Eurasischen Luchses. © Kitchener et al. 2017

Für den Eurasischen Luchs wurden viele Unterarten beschrieben. Nach heutigem Stand der Forschung scheint die Aufteilung der Art in sechs Unterarten angebracht:

  • der Nordluchs L. l. lynx in Skandinavien, Finnland, den baltischen Staaten, Weissrussland und dem europäischen Teil von Russland bis zum Fluss Yenissei,
  • der Karpatenluchs L. l. carpathicus in Ost- und Zentraleuropa, sowie in den wiederangesiedelten Population in Westeuropa,
  • der Balkanluchs L. l. balcanicus im Balkan (Nordmazedonien, Albanien, Kosovo),
  • der Kaukasusluchs L. l. dinniki im Kaukasus, in Kleinasien, Iran und Irak,
  • der Turkestanluchs L. l. isabellinus in Zentralasien einschliesslich Himalaya und Tibet, und
  • der Sibirische Luchs L. l. wrangeli in Russland östlich des Flusses Yenissei bis nach China.

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