Baer_Ioset_KORA-6
Baer_Ioset_KORA-4
Baer_Ioset_KORA-2
Baer_Ioset_KORA-8
Baer_Ioset_KORA-3
previous arrow
next arrow
 
Beobachtung melden

FAQs

Wo kommen Bären in der Schweiz vor?

In der Schweiz gibt es keine residente (permanente) Bärenpopulation. Fast jedes Jahr aber wandern Bären aus der Trentiner Population über Graubünden in die Schweiz ein. Bisher erfolgten die meisten Nachweise im Engadin und Puschlav. Der Bär M29 zog dann aber weiter via Innerschweiz und Bern bis ins Wallis (siehe Verbreitung; Wanderung des Bären M29 in der Schweiz). Die aktuellen Nachweise finden Sie unter Verbreitung, bzw. im KORA Monitoring Center.

Wie viele Bären gibt es in der Schweiz?

Die Anzahl Bären in der Schweiz seit 2005 schwankte jeweils zwischen 0 und3 (siehe Bestand, Grafik Bärenpräsenz in der Schweiz 2005–2019). Bisher sind nur männliche Bären in die Schweiz eingewandert, die meistens nach relativ kurzer Zeit wieder abgewandert sind. Dies resultiert aus dem Sozialsystem der Bären: Weibchen wandern nur äusserst selten über lange Distanzen ab, sondern leben aneinander angrenzend in einer Kernzone der Population. Die jungen Männchen wandern ab und suchen nach Weibchen. Wenn sie keine finden, kehren sie meistens in die Nähe der Kernpopulation zurück.

Warum waren die Bären in der Schweiz ausgestorben?

Die Raubtiere in der Schweiz sind aufgrund mehrerer Faktoren ausgestorben. Kurz zusammengefasst: die natürlichen Ressourcen wurden im 19. Jahrhundert stark übernutzt. Die Waldfläche ging zurück und die wilden Ungulaten wurden überjagt und mit Ausnahme relativ kleiner, isolierter Gämsbestände ausgerottet. Selbst der Bär als Allesfresser ist auf tierisches Protein angewiesen. Die Übergriffe auf Nutztiere nahmen zu – auch weil diese zur Waldweide getrieben wurden – und der Konflikt zwischen Mensch und Raubtier wurde intensiver. Die Kombination aus Verlust des Lebensraums und der Nahrungsgrundlage, sowie der Verfolgung durch den Menschen (inkl. staatlichen Abschussprämien) führte zum Aussterben der Grossraubtiere in der Schweiz um die Jahrhundertwende vom 19. Zum 20. Jh. (siehe auch KORA Bericht 24).

Von wo kommen die Bären, welche in die Schweiz einwandern?

Die in der Schweiz beobachteten Bären wandern aus der Trentiner Bärenpopulation ein, welche 2020 ca. 100 Tiere umfasste. Junge Männchen wandern aus der Population ab, um Weibchen zu suchen und eigene Reviere zu etablieren.

Ist der Bär für Menschen gefährlich?

Im Normalfall greifen Bären den Menschen nicht an und Zwischenfälle sind sehr selten. Bären können aber in der Tat dem Menschen gefährlich werden, allerdings betrifft dies meist sehr spezifische Situationen: z.B. Bären, die angefüttert wurden und sich den Menschen nähern, um Nahrung zu erhalten; Bären, die in Siedlungen in ungesicherten Abfalleimern nach Nahrung suchen, Bärinnen mit Jungtieren; verletzte Bären; oder Bären, denen ein Hund zu nahe kommt (vor allem Hunde ohne Leine, die einen Bär aufspüren und dann zu ihrem Besitzer zurück rennen und so den Bären zum Mensch bringen). Die meisten dieser Situationen lassen sich mit ein paar einfachen Verhaltensregeln verhindern (siehe unten). Entsprechend sind auch in Gebieten mit residenten Bärenpopulationen Angriffe auf Menschen relativ selten.

Wie verhalte ich mich im Bärengebiet und falls ich einem Bären begegne?

Bärengebiete sind definitiv keine Sperrzone und alle Aktivitäten sind weiterhin möglich. Grundsätzliche Verhaltensregeln finden sich in den Anhängen des Konzepts Bär Schweiz (DE, FR, IT). Zusätzlich gibt es Merkblätter des Kantons Graubünden (DE, IT, Rumantsch) zum allgemeinen Verhalten, sowie spezifisch für Camper und Jäger. Das Merkblatt zum allgemeinen Verhalten gibt es auch vom Kanton Wallis (FR). Das EU LIFE Projekt LIFE Dinalp Bear – Management und Schutz des Braunbären auf Populationsniveau im dinarischen Gebirge und in den Alpen, hat ein Faltblatt zum Verhalten im Bärengebiet veröffentlicht (DE, IT, EN).

Braucht es den Bären überhaupt?

Diese Frage wird häufig bei Tierarten gestellt, deren Anwesenheit nicht von allen Menschen gutgeheissen wird. Der Bär gehört zur einheimischen Fauna. Er ist als Spitzenprädator am Zusammenwirken von Arten und Lebensräumen und den entsprechenden Entwicklungsprozessen wesentlich beteiligt. Damit ist er ein integraler Bestandteil der Biodiversität, welche auch die Existenzgrundlage für die Menschen darstellt.

Hat der Bär in der dichtbesiedelten Schweiz überhaupt Platz?

KORA hat 2005 einen Bericht zu diesem Thema veröffentlicht. Die Studie limitierte sich auf die Alpen der Südostschweiz. Dort findet sich geeignetes Habitat im gesamten Engadin, im nördlichen Tessin sowie im Nordbünden und im Glarnerland. Dies beinhaltet etliche Gebiete von über 50 km² zusammenhängendem, geeignetem Habitat. Diese Grösse wurde als Referenz gewählt, weil sie ungefähr der Grösse des Streifgebiets eines Bärenweibchens im Trentino entsprechen. Somit sind die ökologischen Rahmenbedingungen vorhanden, und die Etablierung wird in erster Linie von der Akzeptanz der Bevölkerung abhängen.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu.