KORA

Raum- & Sozialstruktur

Braunbären leben als Einzelgänger. Die Gösse ihrer Streifgebiete hängt hauptsächlich vom Nahrungsangebot ab. Die erhobenen Werte bei Männchen reichen von 130 km² in Kroatien bis 1'600 km² in Skandinavien. Die Streif- gebiete der Bärinnen sind kleiner: Sie liegen bei 60 km² in Kroatien bis 225 km² in Skandinavien. Im Gegensatz zu Luchs und Wolf sind Braunbären nicht territorial: Sie dulden Artgenossen des gleichen Geschlechts in ihrem Lebensraum, denn als vorwiegend vegetarisch lebende Tiere beanspruchen sie kein eigenes Jagdrevier. Bei saisonal hohem Nahrungsangebot können sie vorübergehend gar recht eng beieinander leben. Bekanntes Beispiel hierfür sind die Versammlungen fischender Kodiakbären zur Zeit der Laichwanderung der Lachse in Nordamerika. Die heutigen Braunbären Vorkommen sind stark an grossräumig bewaldete, vom Menschen eher dünn besiedelte und meist gebirgige Gebiete gebunden. Eine entscheidende Voraussetzung ist ein reiches Nahrungsangebot. Ebenso wichtig ist aber auch die Möglichkeit, dem Menschen jederzeit ausweichen und sich vor ihm verstecken zu können. Schliesslich braucht der Braunbär möglichst unzugängliche Höhlen für die Winterruhe: Bei der geringsten Störung wird er wach und verlässt unter Umständen das Winterlager, was besonders bei Bärinnen mit Jungen fatal sein kann: Es kommt vor, dass diese dann die Jungtiere verlassen.