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Donnerstag, 13. April 2017 16:15 Uhr Alter: 16 days

Neue Heimat für Rosa - das freigelassene Luchsweibchen kommt aus der Nordostschweiz

Kategorie: Luchs
Zur Wiederansiedlung von Luchsen im Biosphärenreservat Pfälzerwald entlässt die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz den sechsten Luchs in seinen neuen Lebensraum. Die Patenschaft für die Luchsin haben die Eheleute Angelika und Heinz Schlapkohl aus Weisenheim am Sand übernommen.

Rosa ist 2012 geboren. Sie ist ein Nachkomme aus dem 2001 gestarteten Wiederansiedlungsprojekt „LUNO“ (Luchsumsiedlung Nordostschweiz) zur Sicherung des Luchsvorkommens in den Alpen. Vermutlich stammt ihre Mutter aus dem Jura und wurde 2008 zur Unterstützung der neu gegründeten Population in die Nordostschweiz gebracht. Rosa konnte als Jungtier mit Hilfe einer Fotofalle an einem Riss fotografiert und so ihre Anwesenheit dokumentiert werden.

Nun wurde sie im Kanton Sankt Gallen durch das Expertenteam von KORA eingefangen. Beim Fang wog sie gut 18 kg. Nach einer kurzen Quarantänezeit in der Station des Natur- und Tierparks Goldau und Gesundheitscheck durch das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) der Universität Bern, bekam sie am Donnerstagmorgen ein GPS Sendehalsband umgelegt und wurde in den Pfälzerwald transportiert.

Fast alle Luchs-Populationen in West- und Mitteleuropa gehen auf Wiederansiedlungen zurück. So fanden unter anderen Wiederansiedlungen in der Schweiz, Österreich Tschechien, Slowenien, Polen, Frankreich und Deutschland statt. Die Ausbreitung einer Luchspopulation in neue Lebensräume wird durch die Fragmentierung der Landschaft stark beeinträchtigt. Eine weitere Ursache liegt in der einzelgängerischen Lebensweise der Luchse: Auch mit dem Anspruch der Luchse große Gebiete alleine zu durchstreifen, benötigen Luchse einen regelmäßigen Kontakt mit ihren Artgenossen. Der Kontakt erfolgt über Duftmarken. Hierüber können Luchse Informationen über Identität, Geschlecht und Fortpflanzungsstatus ihrer Nachbarn erhalten. Durch die Umsiedlungen einer ausreichenden Anzahl von Luchsen wird ein neuer „Populationskern“ gebildet und damit die Initialzündung für die Besiedlung weiterer Lebensräume gegeben. 

Pressemitteilung Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, 13.04.2017 > PDF