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Dienstag, 5. September 2017 14:22 Uhr Alter: 18 days

Erster offizieller Wolfsnachweis in Luxemburg seit 124 Jahren

Kategorie: Wolf
Nachdem am 15. Juli 2017 zwischen Holzem und Garnich auf einer Weide acht gerissene Schafe gefunden worden waren, konnte die Naturverwaltung auf Grund der Biss- und Fraßspuren einen Wolf als Täter nicht ausschließen.

Aus diesem Grund wurden an den Bisswunden Proben genommen, zwecks genetischer Untersuchung am Senckenberg-Institut Gelnhausen (Deutschland). Dabei hoffte man bei der Naturverwaltung darauf, dass aus den Speichelresten des Raubtiers in den Bisswunden genug DNA isoliert werden könne, um eine Aussage zu treffen, ob ein Wolf oder doch vielleicht Hunde die Schafe gerissen hatten.

Die Resultate der Laboranalysen wurden der Naturverwaltung kürzlich vom Senckenberg-Institut mitgeteilt. Folgendes ist somit jetzt amtlich:

  1. Die Artanalyse hat ergeben, dass das Tier, das zwischen Holzem und Garnich die Schafe riss, eindeutig ein Wolf war;
  2. Aus derselben Analyse leitet das Senckenberg-Institut ab, dass es sich um einen Wolf aus der Alpenpopulation handelt, die in den italienischen und französischen Alpen ihren Verbreitungsschwerpunkt hat. Tiere aus dieser Population sind auch bereits in den Vogesen, in Lothringen und in Rheinland-Pfalz nachgewiesen worden.

Luxemburg hat somit den ersten wissenschaftlich gesicherten Nachweis (C1-Nachweis) eines Wolfs seit dem Jahr 1893, also seit 124 Jahren. Es ist aber nicht bekannt, ob sich das Tier noch in Luxemburg aufhält oder weitergewandert ist.

Luxemburg ist gut auf das Erscheinen des Wolfs vorbereitet. Es wurde bereits ein "Aktions- und Managementplan für den Umgang mit Wölfen in Luxemburg", zusammen mit allen Akteuren aus der Landwirtschaft, der Wissenschaft, dem Naturschutz, den Privatwaldbesitzern und der Jagd erstellt.

Für den geschädigten Schafszüchter aus Holzem bedeutet der eindeutige Wolfsnachweis, dass sein Schaden zu 100% entschädigt wird, so wie es im Plan vorgesehen ist.

Communiqué par le ministère du Développement durable et des Infrastructures/ Administration de la nature et des forêts, 01.09.2017 > Link