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Montag, 20. März 2017 11:53 Uhr Alter: 10 days

Zwei Luchse für den Nationalpark Kalkalpen!

Kategorie: Luchs
Der Weg von der Ausrottung zurück ist ein schwerer.

Aira, © D. Sieghartsleitner

Juri, © D. Sieghartsleitner

Seit Jahren bemüht sich die Arbeitsgruppe LUKA (Luchs Kalkalpen) den Luchsbestand in der Nationalpark Kalkalpen Region zu heben um sie vor einer neuerlichen Ausrottung zu bewahren. Dieser Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern des Nationalpark Oö. Kalkalpen, des OÖ Landesjagdverbandes, des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien, des Naturschutzbundes, des WWF, des BMLFUW, der Österreichischen Bundesforste sowie der Bezirksbauernkammern Steyr Land und Kirchdorf a.d. Krems zusammen.

"Unsere wenigen und streng geschützten Luchse sind die letzte Teilpopulation in den Ostalpen. Sie bilden auch einen „Brückenkopf" zu der Luchspopulation im Böhmerwald und zum Alpen-Karpaten Korridor. Ihr Überleben ist von EU-weiter Bedeutung“, sagt Nationalpark Direktor Dr. Erich Mayrhofer. Umso bedauerlicher war es, dass ein Linzer Jägerehepaar Luchse erlegte. Beide Täter wurden nach § 181 f Abs. 1 StGB wegen vorsätzliche Schädigung des Tier- und Pflanzenbestandes strafrechtlich verurteilt und im zivilgerichtlichen Verfahren zu einer Schadenersatzzahlung an den Nationalpark Kalkalpen verpflichtet. "Die LUKA Arbeitsgruppe hat sich darauf verständigt, dass bei jeder erwiesenen, illegalen Entnahme eines Luchses ein Tier nachbesetzt wird. Hier steht auch die Jägerschaft ganz klar zu ihrem Wort! Darüber hinaus weitere Freilassungen sind aus unserer Sicht aber nicht notwendig, denn jetzt ist die Natur wieder am Zug", so Landesjägermeister Sepp Brandmayr.

Am Freitag, 17. März wurden nun zwei Ersatztiere von der Schweiz in den Nationalpark Kalkalpen übersiedelt. "Das Luchsmännchen Juri und Luchskatze Aira waren eigentlich für das Luchsbestandstützungsprojekt im Pfälzerwald in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Da sich dort die Abnahme verzögerte haben uns die Schweizer Kollegen die Luchse umgehend angeboten. Die beiden Luchse wurden Anfang März im südlichen Jura im Kanton Waadt eingefangen, von einem Veterinär untersucht und in Quarantäne gehalten. Da die Tiere gesund und weder miteinander noch mit unseren Luchsen vor Ort verwandt sind, haben wir keine Sekunde gezögert und das nette Angebot sofort angenommen", freut sich Projektleiter DI Christian Fuxjäger vom Nationalpark Kalkalpen über die Ankömmlinge! "Die Freilassung des Kuders und der Katze als Ersatz für zwei nachweislich illegal getötete Pinselohren ist ein wichtiger Impuls für die Zukunft des Luchses in unserer Heimat", begrüßt Christian Pichler vom Projektpartner WWF Österreich die Übersiedelung. "Nur wenn es gelingt, die zahlenmäßig sehr kleine Luchspopulation aufzustocken und die Wilderei einzudämmen, kann diese streng geschützte Art dauerhaft bei uns überleben", bringt Josef Limberger, Obmann des Naturschutzbundes Oberösterreich, seine Sorgen zum Ausdruck.

Presse Information Nationalpark Kalkalpen, 17.03.2017 > PDF