KORA

Situation CH

Im Zeitraum von 2008–2010 wurde im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt erstmals ein Monitoring der Europäischen Wildkatze im Jura getestet. Auf folgende Fragestellungen suchte man Antworten: 

  1. Was ist das aktuelle Verbreitungsgebiet der Waldkatze im Jura?
  2. Kann man die Populationsgrösse abschätzen?

Dazu wurde eine spezielle Methode angewandt, die sich ein typisches Katzenverhalten zu Nutze macht: Raue Holzpfosten wurden im Untersuchungsgebiet verteilt und mit Baldrian besprüht. Kaum eine Katzenart kann Baldrian widerstehen. Die so angelockten Wildkatzen reiben ihre Wangen an dem Holzpfosten und hinterlassen an dem aufgerauten Holz Haare. Diese werden eingesammelt und können so zur Artbestimmung durch molekularbiologischen Methoden verwendet werden. So gewonnene Daten ergeben Informationen über die Präsenz der Art im Studiengebiet.

Im Rahmen des von KORA durchgeführten Luchs Monitorings im Jura werden auch immer wieder Wildkatzen fotografisch erfasst. Diese Daten können ebenfalls als Hinweise auf die Verbreitung der Waldkatze im Forschungsgebiet gewertet werden. In einem Pilotprojekt wird zur Zeit ein Wildkatzen-Monitoring anhand von Fotofallen synergetisch zum Luchs-Monitoring im Jura zur Bestimmung der Abundanz der Wildkatzenpopulation getestet.

Das typische Verhalten des "Wangen Reibens" kennen auch viele Menschen von ihren Hauskatzen. Der Katze dient dieses Verhalten zur innerartlichen Kommunikation: An der Wangengegend befinden sich Duftdrüsen. Durch das Reiben hinterlässt die Katze eine Markierung und hinterlässt so Informationen für ihre Artgenossen. © Darius Weber