KORA

Bestandsschätzung

Luchs

Die Verbreitung des Luchses wird in ganz Europa aufgrund eines 10x10 km Rasters beurteilt. Im Monitoring in der Schweiz beurteilen wir eine Zelle als „permanent besiedelt“, wenn für sie in zwei der letzten drei Jahre Beobachtungen der SCALP Kategorie C1 oder C2 vorliegen. Falls aus mindestens einem Jahr Beobachtungen der Kategorien C1 oder C2 existieren, gilt die Zelle als „sporadisch besiedelt“.

In den Kompartimenten mit einer namhaften Luchspopulation wird die Zahl und Dichte der Luchse in einem Referenzgebiet mittels Fang-Wiederfang-Berechnungen anhand von Fotos ermittelt. Für das gesamte Kompartiment wird dann die Anzahl Luchse aufgrund der Dichte im geeigneten Habitat innerhalb des Referenz-gebiets auf das geeignete Habitat innerhalb der permanenten besiedelten Fläche des Kompartiments hochgerechnet:

Anzahl Luchse = Fläche des geeigneten Habitats innerhalb der permanenten besiedelten 10x10-km Zellen des Kompartiments x  Luchs-Dichte im geeignetem Habitat innerhalb des Referenzgebiets.

Dabei wird immer die Dichte des letzten Fotofallen-Durchgangs berücksichtigt. In den Kompartimenten mit mehr als einem Referenzgebiet werden die Dichten der letzten Durch-gänge der einzelnen Referenzgebiete gemittelt. Diese Hochrechnungen setzen voraus, dass wir (1) die richtigen Habitatvariablen gemessen haben und dass (2) die Dichte im geeigneten Habitat innerhalb und ausserhalb des Referenz-gebiets eines Kompartiments vergleichbar ist. Zur Schätzung der Abundanz werden immer die Daten aus den drei letzten Jahren ausgewertet, da in den meisten Referenzgebieten nur alle drei Jahre ein Fotofallen-Durchgang stattfindet. In den Kompartimenten ohne Referenzgebiet beruht die Anzahl Luchse auf einer Experten-Meinung aufgrund der Zufallsbeobachtungen der vergangenen drei Jahre.

Das geeignete Habitat wurde anhand eines statistischen Habitat-Models berechnet und beruhte auf mehreren tausend radio-telemetrischen Peilungen und berücksichtigte Parameter wie Wald, Gebüsche, offenere Gebiete (z.B. Wiesen und Weiden), Infrastruktur und Gelände.

 

Wolf

Da die Schweiz erst von wenigen einzelnen Wölfen besiedelt ist, die sehr grosse Gebiete durchstreifen, eignet sich derzeit nur ein opportunistisches Monitoring zur Bestands-überwachung. Wir sammeln alle gemeldeten Wolfsnachweise, führen jedoch kein aktives systematisches Monitoring wie beim Luchs durch.

Dieses passive oder opportunistische Monitoring stützt sich auf die genetische Identifikation von Wölfen. Die Analyse von genetischen Proben, wie z.B. an Wild- oder Nutztierrissen gesammeltem Speichel oder Kot, erlaubt die Identifikation der Art und bei guter Probenqualität die Bestimmung des Individuums. Damit lässt sich die minimale Anzahl Wölfe in der Schweiz ermitteln.  Die genetischen Analysen macht das Laboratoire de Biologie de la Conservation an der Universität Lausanne.

 

Bär

Bisher sind nur einzelne Bären aus Italien in die Schweiz eingewandert und noch keiner ist permanent sesshaft geworden. Jeder einwandernde Bär wird soweit möglich mit genetischen Methoden individuell identifiziert.